Duchenne Muskuläre Dystrophie

Duchenne muskuläre Dystrophie (DMD) ist die häufigste genetische bedingte neuromuskuläre Erkrankung im Kindesalter. Da DMD x-chromosomal rezessiv vererbt wird, manifestiert sich die Krankheit fast nur bei Jungen. Je nach Quelle ist weltweit ein Neugeborener von 3500-9300 betroffen. DMD gehört somit zu den seltenen Erkrankungen.

DMD-Patienten leiden schon ab frühester Kindheit an fortschreitender Muskelschwäche und Muskelschwund. Die motorische, manchmal auch die generelle, Entwicklung ist verzögert, die Kinder lernen meist nie, zu springen oder zu rennen. Mit dem Fortschreiten der Krankheit benötigen die Jungen Gehhilfen und im Alter von 6 bis 13 Jahren meist einen Rollstuhl, später ist künstliche Beatmung notwendig. Die meisten DMD-Patienten sterben im jungen Erwachsenenalter an Herzversagen oder Ateminsuffizienz.

Ursache der Krankheit sind Fehler in dem Gen, das für das Protein Dystrophin kodiert. Dystrophin ist ein für Muskeln essentielles Protein: es stabilisiert die Membranen der Muskelzellen und schützt diese bei Muskelaktivitäten. Fehlt Dystrophin, führt dies bei Muskelaktivitäten zu einer Schädigung der Muskelzellen, zu Entzündungen und Muskeldegeneration. Mit der Zeit wird das Muskelgewebe durch Fett und Narbengewebe ersetzt.

Bei einem Teil der DMD-Patienten lässt sich mit Hilfe von Antisense-Molekülen die fehlerhafte Stelle der RNA herausschneiden, man spricht von sogenanntem Exon Skipping. Es resultiert ein verkürztes, aber noch funktionsfähiges Dystrophin. Dieser Vorgang, d.h. die Bildung eines verkürzten, aber funktionsfähigen Dystrophins kommt bei der Becker-Dystrophie auch natürlicherweise vor. Bei dieser ist der Krankheitsverlauf, verglichen mit DMD, deutlich milder und langsamer, eine Vielzahl der Patienten kann ein relativ normales Leben führen und auch die Lebenswartung ist für die meisten Patienten mit Becker-Dystrophie normal.

Im krankheitsrelevanten Mausmodell haben UgimereTM bereits gezeigt, dass sie Exon Skipping bewirken können. Da menschliches und Maus-Dystrophin sich in ihrer genetischen Sequenz unterscheiden, wird derzeit an einer humanen Dystrophin-Sequenz gearbeitet.