Neuroblastoma

Neuroblastome gehören zu den häufigsten bösartigen Krebserkrankungen bei Kindern. Etwa eines von 100.000 Kinder erkrankt daran. 90 % der Erkrankungen finden vor Schuleintritt statt, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 2 Jahren, aber auch Erwachsene können in seltenen Fällen betroffen sein.

Neuroblastome sind bösartige solide‎ Tumore, die aus entarteten unreifen Zelle‎n des sympathischen Nervensystems entstehen. Dabei können die Tumore überall dort auftreten, wo Nervenzellen vorhanden sind. Am häufigsten entstehen sie im Nebennierenmark (ca. 50% der Fälle) sowie im Bereich der Nervengeflechte auf beiden Seiten der Wirbelsäule, dem so genannten Grenzstrang. Entsprechend können Neuroblastome auf jeder Höhe entlang der Wirbelsäule entstehen: im Bauch-, Becken-, Brust- und Halsbereich. In der Mehrzahl dieser Fälle befindet sich der Tumor im Bauchraum, etwa ein Fünftel der Tumoren befindet sich im Brust- und Halsbereich.

Neuroblastome wachsen oft rasch und ungehemmt und verbreiten sich vor allem über das Blut, manchmal auch über das Lymphsystem, im gesamten Körper.

Metastasen treten beim Neuroblastom am häufigsten in Knochenmark und Knochen, in der Leber, der Haut, in entfernten Lymphknoten, seltener im Gehirn und nur in Einzelfällen in der Lunge auf. Gelegentlich werden nur Metastasen entdeckt; ein – dann wahrscheinlich sehr kleiner – Primärtumor kann nicht gefunden werden.

Eine Besonderheit der Neuroblastome ist, dass sie sich spontan zurückbilden können. Das gilt insbesondere für Tumore, die im frühen Säuglingsalter auftreten und bei denen sich Metastasen nur in Leber, Haut und Knochenmark gebildet haben. 

Ja nach Art, dem Grad der Erkrankung und der Ausbildung des Tumors, sowie dem Alter des Patienten werden Neuroblastome standardmäßig mit Operation, Chemotherapie und/oder Strahlentherapie behandelt. Auch Therapien mit radioaktivem Metajodbenzylguanidin, Hochdosis-Chemotherapie, mit autologer Stammzelltransplantation und Immuntherapien kommen zum Einsatz.

Nach zunächst erfolgreicher Behandlung kann es beim Neuroblastom zu Rückfällen kommen. Der Tumor bzw. seine Metastasen können an der ursprünglichen Stelle, aber auch in anderen Körperregionen erneut auftreten.

Die Heilungschancen lassen sich bei einem Neuroblastom für den Einzelfall nur schwer abschätzen. Sowohl das Ausmaß der Erkrankung als auch die Aggressivität des Tumors und das Alter des Patienten spielen eine Rolle. Gute Heilungsaussichten bestehen bei Säuglingen sowie in der Regel bei begrenzten Tumoren und bei jüngeren Kindern. Bei älteren Kindern mit metastasiertem Neuroblastom sind die Heilungsaussichten trotz intensiver Therapie noch immer ungünstig. Innerhalb der Hoch-Risiko-Patienten beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate nur etwa 45%.

In vielen Neuroblastoma-Zellen ist der Gehalt des Proteins Lin-28B deutlich erhöht. Ein erhöhter Gehalt an Lin28B geht einher mit erhöhter Resistenz eines Tumors gegenüber Chemo- und Strahlentherapie und einer schlechten Prognose für den Patienten.

Lin-28B blockiert die micro-RNA let-7 (miRNA let-7), die als Tumor-Suppressor fungiert, in ihrer Ausreifung. miRNA let-7 ist auch in gesunden Zellen vorhanden und verhindert in ausgereiftem Zustand die Krebsentstehung, indem sie ihrerseits die Entstehung einer Reihe von Tumor-Promotoren blockiert.

Ugimere™ können die Blockade von let-7 durch Lin28B aufheben, so dass eine reife und aktive miRNA let-7 wieder entstehen kann, die die Bildung von Tumor-treibenden Substanzen unterdrückt.

Dieser Wirkungsmechanismus der Ugimere™ ist nicht auf Neuroblastome beschränkt, da let-7/Lin28 bei einer Vielzahl von Krebserkrankungen und auch bei der Entstehung von Tumor-Stammzellen eine Rolle spielt.